Singapur

Nach den abenteuerlichen Wochen in Indonesien und Singapur erreichten wir eine wahrhaft ruhige und geordnete Welt namens Singapur. Mit airasia flogen wir von Borneo nach Johor Bahru, ein Flughafen auf malayischer Seite ganz nah an der Grenze zu Singapur. Weiter ging es mit Bus zu einem Hotel, wo wir uns ein Taxi anhielten und die Adresse unseres neuen Zuhauses angaben. Ganz im Wissen, von asiatischen Taxifahrern grundsaetzlich beschissen zu werden, fragen wir den Taxifahrer:"How much?" aber wie sich herausstellte, fahren tatsaechlich alle nach Meter, was anderes ist gar nicht moeglich, weil man sofort hohe Strafen zahlen muss, wenn man als Fahrer nicht nach Meter faehrt.
Wir wohnten bei Lina, sie ist die Schwester von Mr. Moha, bei dem wir in Bangladesh uebernachtet hatten. Sie wohnt in einer der unzaehligen riesigen Hochhauswohnsiedlungen, die weitlaeufig  um die city verteilt sind. Eine sehr schoene grosse Wohnung erwartete und Linas wilde Toechter (3 und 4 Jahre alt), mit denen wir uns einige Schlachten lieferten. Von dort starteten wir, um uns die Stadt anzusehen. Alles ist geregelt, vom Kaugummikauen (verboten) ueber Strasse ueberqueren wenn keine Ampel da ist (verboten) bis mit tropfendem Regenschirmen in Einkaufszentren zu gehen (verboten). Auf dem Foto sehr ihr Plastikhuellen, in die man seinen Regenschirm verpacken muss, wenn es geregnet hat und der Schirm nass ist, bevor man in ein Gebaeude geht.



Singapur ist eine sehr schoene Stadt, mit sehr sehr sehr vielen Einkaufsmoeglichkeiten, viele auch in gehobenen Preiskategorien. Dieses Kunstwerk entdeckten wir vor dem Kunstmuseum und gesellten uns direkt mal dazu.



Die extreme Naehe zum Aequator bescherte uns hohe Temperaturen und taegliche tropische Mega-Regenschauer, die den Kauf eines Regenschirms unverzichtbar machten.



Beim Weiterschlendern entdeckten wir die Stelle, an der Herr Stamford Raffle, ein Brite und der Gruender Singapurs, zum ersten Mal das Land betrat.



Die ganze Zeit goss es in Stroemen und wenn man genau hinschaut, sieht man, dass sich Adrianes  Rock vor der grandiosen Skyline fast bis zur Huefte mit Wasser vollgesogen hat.



Hier siehr man sie beim Versuch, den Rock auszuwringen.


Das Fantastische an der Stadtstruktur ist, dass man ganz verschiedene Bausstile unmittelbar nebeneinander im gleichen Strassenzug findet. Hier sieht man eine typische Haeuserzusammenstellung. Auf der linken Seite ist ein japanischer Tempel, rechts Haeuser im Kolonialstil und oben drueber trohnen die modernen Wolkenkratzer.



Wie in vielen asiatischen Grosstaedten gibt es auch in Singapur ein chinesisches Stadtviertel

 (7a_Chinatown)

mit schmalen Gassen und einer unvorstellbaren Vielfaeltigkeit an dort angebotenen Waren. Unter anderem fanden wir ein Holztelefon mit einem dicken Buddha, der es sich oberhalb der Waehltastatur gemuetlich gemacht hat (funktionierte perfekt).



Leider fanden wir auch weniger erfreuliche Sachen. Die chinesische Medizin ist fuer allerlei unsinnige angebliche Heilmittelchen bekannt, deren Wirkung garantiert nur der Fantasie des jeweiligen Anwenders zuzuschreiben ist. Auf dem Foto seht ihr Hoehrner der Saiga-Antilope (Saiga tatarica), einer asiatischen Antilope, deren Population auf Grund von Wilderei akut gefaehrdet ist. Die Chinesen verwenden das zerriebene Horn als Hustenmittel.



Weitere Teile von Tieren sahen wir in Form von Haifischflossen, aus denen Suppen hergestellt werden. Zum grossen Pech der betroffenen Haie sind nur die Flossen fuer die Fischer interessant, der nunmehr flossenlose Koerpers wird, meist noch im lebendigen Zustand, wieder ins Meer zurueckgeworfen.



Singapur ist in aller Welt fuer seine Sauberkeit und Ordentlichkeit beruehmt. Wenn man durch die Stadt schlendert, bekommmt man das natuerlich an allen Ecken und Enden mit. Die Strassen sind wirklich sehr sauber, Wohnbloecke, die in Deutschland voellig heruntergekommene Plattenbauten waeren, sind hier blitzblanke moderne Haeuser mit einer gluecklichen und in die Gesellschaft voll integrierten Bevoelkerung (im Prinzip befindet sich Singapurs gesamte Bevoelkerung in solchen Wohnbloecken). Monorailfahren ist ebenfalls komplett durchgestylt. Man kauft sich eine Karte, die man mit einem willkuerlichen Betrag aufladen kann und betritt den Bahnsteig nach Passieren der Kartenautomaten.



Auf den Bahnsteigen kann man vom Boden essen, jedes noch so kleine Staeubchen wird vom Reinigungspersonal, das rund um die Uhr im Einsatz ist, mit Mob und Wasser vernichtet.



Die Bahnen selbst sind klinisch sauber, da essen, trinken und Haustiere verboten sind.

 

Wenn man in der Bahn wie ein Huhn auf der Stange sitzt, kann man gut Sozialstudien betreiben und raten, aus welchen Teilen der Erde die Menschen kommen. Die singapurianische Bevoelkerung setzt sich im grossen und ganzen aus Malayen, Chinesen und Indern zusammen, zusaetzlich sieht man auch viele Weisse. Das Bild zeigt einen guten Schnitt durch die Bevoelkerung.



Das Nationengemisch spiegelt sich auch in jedem Strassenschild wieder, dass in 4 Sprachen geschrieben ist, wobei English als Amtssprache immer an erster Stelle steht.



Bei den Bushaltestellen-Warteschlangen vertraut man nicht wie in England darauf, dass die Leute von selber Schlange stehen, es sind Wartereihen installiert, bei deren Entlanggehen man automaitsch beim richtigen Bus rauskommt. Sehr clever.



Und dann sind da die allgegenwaertigen und in reichlicher Anzahl vorhandenen Verbotsschilder samt Angabe, wie hoch die jeweilige Strafe bei Zuwiderhandlung ist.



Zur Erklaerung des zweiten Schildes: Durinam oder Durian ist eine eklig stinkende Frucht, die sich in der asiatischen Bevoelkerung grosser Beliebtheit erfreut. Zu naeheren Klassifizierung des Gestanks bitte im Indonesien-Bericht nachlesen. Unser ablosuter Favourit ist aber ohne Zweifel dieses in Aufzuegen zu findende Schild, bitte eigenstaendig Gedanken darueber machen und anschliessend totlachen:



Natuerlich hat man das touristische Potential dieser Verbote erkannt und formschoen auf T-Shirts und sonstigen Gebrauchsgegenstaenden vermarktet.



In Singapur trafen wir Joerg wieder, mit dem wir durch Kuala Lumpur, Java und Bali gereist sind. Von ihm bekamen wir unsere Weltreise-T-Shirts ueberreicht, die von Krissi, ebenfalls unser Reisebegleiter in Malaysia und Indonesien, gestaltet wurden.



Mit Joerg verbrachten wir die naechsten zwei Tage und schauen uns einen Grossteil der Stadt an. Hier seht ihr uns auf dem Dach des Theaters stehen, einem Gebaeude mit einer sehr interessanten Dachkonstruktion, die an die Frucht Durinam erinnert.



Am Hafen steht das Wahrzeichen Singapurs, der Merlion, ein Fabelwesen bestehend aus Loewenkopf und Fischschwanz.



Eine Touristenattraktion ist es, mit einem Auto, das auch schwimmen kann, durch das Hafenwasser zu brausen und sich die Skyline von dort aus anzuschauen.



Ueberraschender Weise ist das Rauchen in Singapur nicht verboten, aber es wird alles dafuer getan, die Menschen vom Rauchen abzuhalten. Probates Mittel ist die Gestaltung der Zigarettenpackung, die sich durch ausgesprochene Ekligkeiten hervortut.



Ueber deutsche Wertqualitaet im Ausland, gefunden in Form von deutschem Waschmittel im Einkauf einer in Singapur lebenden Australierin, haben wir uns sehr gefreut.



Am Abend setzten wir in einer Gondel rueber nach Sentosa-Island, eine kunstvoll gestaltete kleine Insel unmittelbar am Stadtzentrum im Hafen gelegen mit Strand, Restaurants, ein bisschen Freizeitpark und Lichtshows. Auf dem Foto seht ihr uns am Strand, mit ein bisschen Fantasie lassen sich auch die Palmen im Hintergrund erkennen.




Zu dem naechsten Foto gibt es eine lustige Story zu erzaehlen. Auf Sentosa-Island gibt es eine kleine Bahn, mit der man hin-und herfahren kann. Wir standen an der mittleren Haltestelle, als wir einstiegen. In die eine Richtung ging es zurueck zur Stadt, in die andere zum Strand. Wir stiegen in die erste Bahn ein, die kam, leider ging sie zur Stadt zurueck, wo wir nun erstmal nicht hinwollten, weil wir ja gerade erst auf der Insel angekommen waren. Unser Plan sah folgendermassen aus: Wir wollten in der Bahn sitztenbleiben , die wird dann einfach wieder zurueckfahren werden. Natuerlich klappte das nicht, schliesslich befanden wir uns in Singapur. Stattdessen wurden wir aus der Bahn gescheucht, da wir aber direkt deutlich machten, dass wir wieder zurueckwollten, wurde fuer uns gnaedigerweise eine Absperrung geoeffnet und wir rannnten einmal um die Bahn herum. Nach dieser sportlichen Leistung betraten wir die gleiche Bahn, aus der wir eine halbe Minute zuvor ausgestiegen waren und stellen uns wieder dorthin zurueck, wo wir auf der letzten Fahrt auch gestanden haben. Wir konnten nicht mehr vor Lachen, aber wir hatten uns echt singapurianisch verhalten, wir waren stolz auf uns!



Den naechsten Tag verbrachten wir im Zoo, fuer den Singapur weltweit bekannt ist.



Neben dem Tigergehege gab es eine kleine Ausstellung ueber Tiger in Singapur, dort fanden wir Informationen ueber den letzten Tiger, der in Singapur geschossen wurde. Zufaelligerweise fand dieses Ereignis in der Gegend statt, in der wir zurzeit wohnten, aber wir waren trotzdem nicht in Gefahr...



Tropische Temperaturen fuehren zu kuriosen Erscheinungen. So wir wir uns in Deutschland im Winter ueber Raeume freuen, in denen man sich wieder aufwaermen kann, gibt es in Singapur Raeume, in denen man sich abkuehlen kann. Diese "Schutzhuetten" werden dann "air-con shelter" genannt und dienen der Wiederbelebung verkochter Leute, wir haben uns aber nur drueber lustig gemacht und sind nicht reingegangen.



Einige Tierchen haben wir auf die homepage gebracht, wie ihr auf den naechsten Bildern sehen koennt. Als da waeren: ein Haengebauchschwein,



Elephas maximus bei einer tollen Show,



der einzige uns bekannte Ursus maritimus am Aequator,



ein Birgus latro, das groesste an Land lebende Krebstier der Erde,



ein herumhangelndes Choloepus didactylus an der Futterstation,



ein formvollendeter Babyroussa babyrussa



und als Einstimmung auf unseren naechsten Kontinent ein Oxyuranus microlepidotus.



Am Abend waren wir in der Nightsafari, ein Zoo, den man nur am Abend im Dunkeln besucht. Wir fuhren mit so einem kleinen Baehnchen an den Offenlandgehegen vorbei, die dezent mit Scheinwerfern beleuchtet waren. Es war schon sehr geheimnissvoll, weil die Tiere aus dem Dunkeln ins Licht traten und das Schattenspiel eine neue Perspektive auf die Gestalten eroeffnete.
Unser Aufenthalt in Singapur neigte sich dem Ende zu, das wohlbekannte aber ungeliebte Sachenpacken wurde mal wieder noetig.



Abschliessend ein Foto von unserer netten Gastgeberin Lina mit ihren beiden Toechtern, in deren Haus wir uns sehr wohl gefuehlt haben.